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Irrtum ber den Kausalverlauf
(recht.straf.at)
    

Von einem Irrtum ber den Kausalverlauf spricht man, wenn durch die Tathandlung zwar das richtige Objekt/Opfer getroffen wird und auch der vorgesehene Erfolg eintritt, der Tter sich aber den Kausalverlauf anders vorgestellt hat.

Nach h.M. ist ein Irrtum ber den Kausalverlauf dann unwesentlich, so dass der Vorsatz nicht entfllt, wenn sich die Abweichung noch in den Grenzen des nach allgemeiner Lebenserfahrung Voraussehbaren hlt und keine andere Bewertung der Tat rechtfertigt (BGHSt 7, 325).

Beispiel: B will den C umbringen. Sein Plan ist, ihn von einer Brcke zu strzen, damit er ertrinkt. Nachdem B den C gestoen hat strzt C aber unglcklich auf einen Brckenpfeiler, bricht sich dabei den Hals und ist schon beim Aufkommen im Wasser tot. Hier ist der Irrtum ber den Kauslverlauf unwesentlich. Daher hat B vorstzlich gehandelt.

Gegenbeispiel: A will den auf dem Brgersteig laufenden B mit einem Gewehr vom Fenster aus erschiessen . Da er ein schlechter Schtze ist trifft er nur ein Verkehrsschild, die Kugel prallt ab und trifft den Hund des gerade vorbeikommenden C in die Pfote, worauf hin dieser anfngt aggressiv zu bellen. Das erschreckt den B, der daraufhin einen Schritt zur Seite macht, stolpert und auf die Strae fllt. Hier wird er von einem Krankenwagen berfahren und tdlich verletzt. Hier liegt eine wesentliche Abweichung vor. A kann nur wegen versuchter Ttung bestraft werden.

Bei zweiaktigen Geschehen ist die Behandung umstritten.

A will den B tten und dann die Leiche beseitigen. Zu diesem Zweck schiet A zunchst auf B und wirft dann den leblosen Krper ins Meer. B, der durch den Schuss nur bewusstlos und verwundet wurde, ertrinkt dort.

Eine Ansicht sieht hier ein einheitliches Geschehen, mit der Folge, dass A wegen Vorsatz zu bestrafen ist (Welzel,das deutsche Strafrecht, S. 74). Eine andere Ansicht sieht hier zwei selbstndige Teilakte mit jeweils eigenstndigem Vorsatz und bestraft wegen versuchter und fahrlssiger Ttung (Hruschka, JuS 82, 317). Eine dritte Meinung will schlielich wegen Vollendung bestrafen, wenn der Eintritt des Enderfolges sich in den Grenzen des Vorhersehbaren hlt (Wessels, AT, Rn. 256).

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